29.
Feb
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Mobile World Congress: AR und VR stehlen Smartphones die Show

Facebook Virtual Reality

Sind wir unserem Ziel – Augmented und Virtual Reality sinnvoll machen – näher denn je? Seit wir begonnen haben uns mit AR und VR zu befassen, war immer das nächste Jahr der Durchbruch angekündigt. Mittlerweile dürfen die beiden Technologien auf keiner großen Messe oder Show mehr fehlen. Auf der CES ging es um fast nichts anderes, beim Mobile World Congress drängen AR und VR die erfolgsverwöhnten Smartphone-Produzenten an den Rand der Aufmerksamkeit. Wir haben in Twitter ein paar Eindrücke gesammelt.

ZUCKERBERG – „AGENT SMITH“ RELOADED

Eines muss man Facebook lassen: die Inszenierung bei Mark Zuckerbergs Einmarsch zur Samsung-Präsentation war perfekt. Wer hat das Bild mit einem süffisant lächelnden Facebook-Boss und hunderten von Gear-Jüngern nicht gesehen? Dass es sich um die Samsung-Keynote handelte war da längst vergessen.

Es ist nicht nur diese eine Szene, die den Drive von Facebook zeigt. Es ist vor allem die Präsenz und mittlerweile auch Akzeptanz, mit der Zuckerberg & Co. von der VR-Gemeinschaft wahrgenommen wird. Das war nicht immer so, man erinnere sich nur an die Tage nach dem Oculus-Kauf.

DAS „IT WILL CHANGE YOUR LIFE“ PHÄNOMEN

Bei neuen Technologien taucht es immer auf: „That will change your life“. Das war schon bei AR so und wir erleben es ganz massiv bei VR. Auf dem Hypecycle von Gartner lässt sich diese Phase als „Peak of inflated expectations“ ablesen: ein Hype. Die Medien bedienen das Thema ausführlich – auch wenn es nichts mit den eigenen Inhalten zu tun hat. Häufig führt dies zu enorm hoher Erwartungshaltung, die in dieser frühen Phase kaum erfüllt werden kann.

Man sollte meinen, VR könnte aus den Fehlern bei AR lernen, aber dem ist nicht so. Auch bei VR ist das Motto: schnell eine Anwendung zimmern, egal wie, Hauptsache dabei. Meist endet das in Enttäuschung. AR und VR haben das Potenzial, sich in unseren Alltag zu integrieren – wenn es uns einen Vorteil bringt, uns unterhält und sich einfach bedienen lässt.

HEADSET, KAMERA UND SMARTPHONE

Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Beim Produktstart gab es die Samsung Gear VR für rund 200 Euro, im Weihnachtsgeschäft dann für 99 Euro. Jetzt dreht Samsung den Spieß um: wer ein S7-Smartphone bestellt bekommt die Gear kostenlos dazu. Manch einer, der sich bereits überlegt hat eine VR-Brille zu kaufen, holt sich jetzt die Gear VR und bekommt ein Smartphone dazu.

Samsung hat von Anfang an verstanden, dass es nicht um das Headset sondern um das Ökosystem geht. Wohl einer der Gründe warum Zeiss mit seiner VR-Variante wenig Erfolg hat – fehlendes Ökosystem, kaum Apps zum Marktstart.

LG geht in dieselbe Richtung: es gibt ein Headset, eine 360-Grad-Kamera und ein Smartphone. Es ist genau das, was Apple seit Jahren beherrscht und auch Facebook nutzt.

DATENBRILLEN ALS MOTOR FÜR AUGMENTED REALITY

Augmented Reality bietet der VR-Hype auch etwas Gutes: die erweiterte Realität kann sich in Ruhe entwickeln. Aktuell sind die Treiber für AR vor allem die Datenbrillen. Auch wenn der Alltagseinsatz noch entfernt ist, so bieten die neuen Smart Glasses immer mehr Möglichkeiten für Augmented Reality.

Epson zeigte auf dem MWC den Nachfolger der BT-200. Die 200-er war bisher unser Favorit wenn es um Praxiseinsatz geht. Die neue BT-300 ist leichter als ihr Vorgänger und soll mit den OLED-Displays auf Siliziumbasis keinen Displayrand mehr bei der Darstellung von transparenten Inhalten haben.

Neben Epson zeigte auch Recon eine neue Version seiner AR-Sportbrille. Auf der CES gab es die volle Bandbreite an Smart Glasses. Die Anwendungsgebiete und die Nachfrage – insbesondere aus der Industrie – werden die Entwicklung weiter beflügeln. Sobald die Technik den nächsten Schritt macht werden uns die Soft Skills interessieren: die Treiber und die Hürden.

VIRTUAL REALITY FÜR HYPERLOOP MIT HTC

Die Hardware-Hersteller entdecken Anwendungsgebiete außerhalb des Gaming-Sektors. Ob Microsoft für die Hololens oder HTC für die Vive: vor allem der B2B-Bereich ist lukrativ. Als AR-Partner für Hyperloop Transportation Technologies haben wir mit HTC neue Möglichkeiten für VR diskutiert: für künftige Passagiere sowie für Protoyping, Design und Bau des Hyperloop.

FAZIT

Kaum ein Stand ohne VR, zahlreiche Neuvorstellungen von Datenbrillen und mittendrin Mark Zuckerberg. Der Facebook-Chef hatte schon vor zwei Jahren Augmented und Virtual Reality als die Plattformen der Zukunft genannt. Zwei Gamedesigner leiten das VR-Team bei Facebook und wollen den Rift-Erfinder Oculus „social“ machen. Es wird also Zeit, dass wir mehr über Anwendungen sprechen anstatt über die Technologie und Hardware selbst. Dabei bleibt eines noch offen: was macht eigentlich Apple?


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